Die zwölf Punkte
- 1. Wintersonne. Im Sommer scheint die Sonne fast überall hin. Entscheidend ist der 21. Dezember: Steht die Sonne am Mittag noch über dem Nachbarhaus und dem Hang? Sonnenstunden für jeden Tag des Jahres zeigen es.
- 2. Woher der Schatten kommt. Ein Baum lässt sich fällen, ein Berg nicht. Der Anteil von Bergen, Gelände, Gebäuden und Bäumen am Schatten sagt, ob sich etwas ändern lässt.
- 3. Aussicht heute. Die Rundumsicht von jeder Fassade und Etage mit den Bergen, und was der Nachbar davon verdeckt.
- 4. Aussicht morgen. Die Bauzone der Parzelle gegenüber. Wohnzone heisst Bauland auf Zeit. Laufende Baugesuche stehen im Amtsblatt.
- 5. Lärm bei Nacht. Die Lärmkarten des Bundes für Strasse, Bahn und Flug, verglichen mit dem Grenzwert der Zone. Die Nacht zählt, nicht der Samstagnachmittag der Besichtigung.
- 6. Naturgefahren. Hochwasser, Rutschung, Sturz und Lawine aus der Gefahrenkarte des Kantons. Rot und blau bedeuten in der Regel Auflagen bis Bauverbot; massgebend ist die Auskunft der Gemeinde.
- 7. Oberflächenabfluss. Wo Starkregen über das Gelände fliesst, auch ohne Bach. Ein Thema für Keller, Garage und Lichtschächte.
- 8. Grundwasser und Boden. Wie hoch das Grundwasser steht und ob eine Erdsonde möglich ist. Relevant für Heizung und Keller.
- 9. Solar. Das Sonnendach des Bundes für die Dachflächen, mit der Verschattung durch die Umgebung. Für Eigentümer ein Kostenfaktor über Jahrzehnte.
- 10. Öffentlicher Verkehr. Güteklasse und nächste Haltestelle. Entscheidet über das zweite Auto.
- 11. Schule, Einkauf, Arzt. Die täglichen Wege mit Distanz. Luftlinie ist nicht Gehweg, darum bei der Besichtigung abgehen.
- 12. Unfallstellen und Luft. Unfälle mit Personenschaden in der Nähe, Stickstoffdioxid und Feinstaub am Standort.
Wie du die Liste abarbeitest
Alle zwölf Punkte lassen sich aus amtlichen Daten prüfen, bevor du einen Fuss ins Haus setzt. SunPlot fasst sie in einem Bericht für die Adresse zusammen: Sonne und Schatten in 3D, Aussicht, und alle Karten am Objekt. Mit dem Bericht gehst du anders in die Besichtigung. Statt «schöne Lage» fragst du: Warum liegt der Sitzplatz im Dezember ab 14 Uhr im Schatten? Was ist auf der Wiese gegenüber geplant? Warum steht das Haus in der gelben Hochwasserzone?

Was die Liste nicht abdeckt
- Den Zustand des Hauses: Dach, Fassade, Leitungen, Heizung, Feuchtigkeit. Dafür gibt es die Bauexpertin.
- Den Preis: Ob er zum Markt passt, sagt eine Bewertung.
- Das Recht: Grundbuch, Dienstbarkeiten, Baurecht der Gemeinde.
Kurz beantwortet
Was sollte ich vor dem Hauskauf zur Lage prüfen?
Wintersonne und Schattenquellen, Aussicht heute und die Bauzone gegenüber, Lärm bei Nacht, Naturgefahren und Oberflächenabfluss, Grundwasser, Solarpotenzial, ÖV, die täglichen Wege sowie Unfallstellen und Luftqualität. Alles ist aus amtlichen Daten für jede Schweizer Adresse prüfbar.
Wie erkenne ich, ob ein Haus im Winter Sonne hat?
Mit einer Berechnung des Sonnenstands über dem echten Horizont der Adresse, mit Bergen, Nachbarhäusern und Bäumen. SunPlot zeigt die Sonnenstunden für jeden Tag des Jahres und den Schattenwurf am 21. Dezember in 3D.
Woher weiss ich, ob gegenüber gebaut wird?
Aus der Bauzone der Parzelle: Wohn- und Mischzonen sind Bauland, Landwirtschaftszonen bleiben in der Regel frei. Konkrete Baugesuche werden im Amtsblatt der Gemeinde publiziert und liegen bei der Bauverwaltung auf.